Hallo, ich bin Andrea

Über meine persönliche Klimawende möchte ich mich mit euch austauschen und uns Mut machen. Wir schaffen das.

  • Mit dem Nachtzug ins Land wo die Zitronen 🍋 blühen

    Urlaub in Europa mit der Bahn statt mit dem Flugzeug? Na klar probieren wir das aus.

    Der Osterurlaub ging nach Italien  – Amalfi-Küste, Neapel,  Ischia, Procida. Geht das ohne Flugzeug? Na klar. Die österreichische Bahn ÖBB hat nach und nach einen erklecklichen Teil der europäischen Nachtzuglinien aufgekauft und die Fahrzeuge modernisiert. Über Nacht kommt man von München nach Rom, betreut von den freundlichen Nightjet-Schaffnern, und wird dort nach einem leichten Frühstück nach Italien entlassen.

    Einen Anschluss mit der Frecciarossa, mit den roten Pfeilen, nach Salerno,  bekommt man schnell und preiswert vor Ort. Von dort nahmen wir den stündlich verkehrenden Bus entlang der Amalfi-Küste und landeten immer noch entspannt in Amalfi. Hier erkennt man den Vorteil der Öffis: selbst im dünneren Verkehr im Frühling möchtest du nicht unbedingt auf den engen, kurvenreichen Straßen mit dem Mietwagen den Bussen und Lastwagen begegnen und gar mit Blick auf den Abgrund rückwärts fahren müssen. Lieber die fantastische Aussicht genießen!

    Aussichten prägen die Landschaft. Von der Terrasse unseres Hotels ebenso wie von unserer Wanderung zu den höher gelegenen Orten.

    Auch von dort nach Neapel war es einfach mit Bus und Bahn. Zu den Inseln brachten uns die Fähren. Sehr nett alles, Landschaft,  Wandern,  Essen und Wein.

    Auf Procida erlebten wir die originelle Osterprozession, bei der nicht nur Heilige herum getragen werden, sondern jede Gruppe ihr eigenes Kunstwerk erstellt,  das sie einige Kilometer über die Insel trägt. Mehrere Tausend Menschen nehmen aktiv teil.

    Auch die Rückfahrt nach etwa 10 Tagen Urlaub war gut. Einen Zwischenstopp in Rom gönnten wir uns noch, um noch 2 Tage Kultur zu genießen. Dann wieder der Nightjet. Mit etwas Verspätung sollte man rechnen,  wenn man die Alpen überquert. Ein Flugzeug vermisst man jedenfalls nicht.


  • Veganes Steak?

    Wie ich schon in einem anderen Beitrag geschrieben habe, experimentieren mein Mann und ich verstärkt mit veganer Küche, seit wir wissen, dass das Essen durchaus klimarelevant ist. Daher halten wir immer die Augen offen, ob wir etwas Neues schmackhaftes finden, was unsere Küche bereichert.

    Neulich sah ich im Edeka “vegane Steaks” im Kühlregal, die mussten wir einfach ausprobieren.

    Veganes Steak?

    Es sieht wirklich wie Fleisch aus und kommt aus der Schweiz. Irgendwie wirkt es ja wie mit dem 3D-Drucker hergestellt. Okay, das ist sicher nichts für vegane Puristen. Schmeckt es denn?

    Wie Rindersteak und wie Hähnchenbrust

    Gar nicht so schlecht! Das Rindersteak ist vielleicht etwas fester als Lende. Mit Salz, Pfeffer und in Olivenöl mit Butter gebraten schon sehr lecker. Das Hähnchen haben wir noch etwas mehr gewürzt, z.B. mit Curry oder Garam Masala. Auch sehr fein.

    Für reine Veganer ist das wahrscheinlich nichts. Aber für Leute wie uns,die eigentlich auch Fleisch mögen, wird es die eine oder andere Steak- Mahlzeit locker ersetzen können.


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    Wir fahren aufs Land. Bahn oder Auto?

    Die Mischung machts.

    Seit vielen Jahren besuchen wir Familie und Freunde auf dem Land. Z.B. in der schönen Eifel. Die Bahn ist unser Standard-Verkehrsmittel für die lange Strecke. Aber am Ende wird es immer länger für die letzten paar Kilometer. ICE, RE oder RB und dann? Noch eine Stunde und länger mit dem Bus über die Dörfer? Das ist etwas für Puristen, die dann halt gefühlt den ganzen Tag unterwegs sind. Bei kurzen Reisen eher unpraktisch. Taxi, Abholung… beides kann kompliziert und teuer werden. Wenn Freunde uns 35 km abholen fahren sie selbst 70 km.

    Bahnreisen macht Spaß und ist bequem.

    Jetzt habe ich eine gute Kombi: 400 km mit dem ICE ohne Umsteigen, dann auf ein Flinkster-Carsharing-Auto wechseln für die letzten 70 km. Vor kurzem konnte man diese nur für maximal 3 Tage buchen, jetzt geht auch mehr. Und statt 6 Stunden aufwärts sind wir knapp 5 Stunden unterwegs von Tür zu Tür. Und haben nötigenfalls ein Auto vor Ort, da wo die Busse 3 mal am Tag fahren.

    Mit der BahnCard kostet es übrigens keine Monatsgebühr. Ich denke, diese Kombi ist zukunftsfähig. Wenn wir das perfekt kombinieren, brauchen wir weniger Autobahnen – jedenfalls schon heute keine neuen und breiteren.

    Was ich besonders schätze: im ICE sind wir schnell und umweltfreundlich unterwegs. Dabei können wir lesen,schreiben, quatschen und den schönen Rhein anschauen.


  • Hilft es eigentlich, vegan zu essen?

    Bisher hatten wir vielleicht 2 bis 3 mal pro Woche etwas vegetarisches gekocht. In der Kantine greife ich sowieso häufiger zum vegetarischen Angebot als zu Fleisch.

    Ob das dem Klima hilft? Das hatte ich bisher eher gering eingeschätzt. Und die Freunde der Hafermilch eher belächelt.

    Das änderte sich, als ich das Buch “Energierevolution” von Volker und Cornelia Quaschning gelesen hatte. »Die Nahrungsmittelproduktion hat einen Anteil von 20 bis 30 Prozent am von Deutschland verursachten Treibhauseffekt. Das ist etwa doppelt so viel, wie der PKW-Verkehr verursacht.«

    Wow, und da drin steckt nicht nur das Rind, das Methan ausstößt, sondern auch das gesamte Futter seiner Lebenszeit, für das in Brasilien Urwald gerodet und Soja angebaut und dieses hierher transportiert wird. “Für ein Kilo Rindersteak entstehen über hundertmal mehr Treibhausgasemissionen als für ein Kilo Kartoffeln.”

    Also essen wir deutlich seltener Steak. Aber auch Hähnchen haben wir angeschaut, die deutlich weniger CO2 pro Kg brauchen. Wenn mein Mann Hähnchenschenkel aus dem Bioladen grillt, ist das köstlich. Aber Gerichte mit Hähnchenbrust könnten wir vielleicht durch etwas veganes ersetzen?

    Zufällig aßen wir bei einem mexikanischen Restaurant Enchiladas und Burritos mit einer veganen Füllung aus Jackfruit, die köstlich war. Und beim nächsten Besuch im dm-Laden war ein Sondertisch mit Jackfruit in Dosen aufgebaut. Wir nahmen welche mit und begannen zu experimentieren. Es lässt sich wirklich leckeres Essen damit zubereiten. Natürlich sind die Jackfruits transportiert worden, sogar von Sri Lanka, aber sie wachsen einfach am Baum. Die unreifen Früchte müssen ein paar Mal ausgedünnt werden, damit einige wenige genug Platz haben zum Reifen.

    Veggie Chunks

    Seitdem probieren wir viel aus, was als veganes Fleisch angeboten wird. Es gibt auch bei dm “Davert Veggie Chunks aus Erbsen & Ackerbohnen”. Wenn man die wie angegeben einweichen und dann kurz mit ein paar Gewürzen ziehen lässt, schmecken die auch nach dem Braten wie Hähnchenbrust.

    Na ja, ich muss gestehen, dass mir Hafermilch im Cappuccino immer noch nicht schmeckt. Vielleicht findet sich mit der Zeit noch was passendes. Aber es kommt ja nicht darauf an, dass jeder einzelne seinen eigenen CO2-Fußabdruck auf Null reduziert hat, bevor wir entschiedenes Handeln von Politik und Industrie erwarten. Nein, umgekehrt wird ein Schuh draus: wir machen das, was in den gegenwärtigen Rahmenbedingungen funktioniert. Und machen Druck, damit es auch im Großen weiter geht.


  • Wärmepumpe im Altbau

    Wir haben eine wunderbare Altbau-Wohnung von 1938. Kann man da eine Wärmepumpe verwenden?

    Bis 2022 habe ich diese Frage immer mit NEIN beantwortet – so war jedenfalls die Meinung der Experten, Energieberater, und Energie-YouTuber. Jeder dachte, man muss auf jeden Fall ein super isoliertes Haus mit Flächenheizung haben, damit sich eine Wärmepumpe lohnt. Dass sie sich lohnt, sagt die “Jahresarbeitszahl”, die so grob ausdrückt, wieviele Kilowattstunden Wärme im Schnitt aus einer Kilowattstunde Strom entstehen.

    Lohnen tut sich das für die Umwelt ab 3.0, und ab da wird es auch gefördert. Dann hat im Dezember 2021 die Fraunhofer ISE Forschungsgesellschaft einen Bericht veröffentlicht, dass auch in Bestandsgebäuden die Wärmepumpe oft wirtschaftlicher ist als eine Gasheizung. Meist wird ja eine Luft-Wasser-Wärmepumpe verwendet, die am einfachsten zu integrieren ist. Wenn man einen großen Garten hat, gibt es auch andere mögliche Lösungen.

    Also begann ich, Bücher und Zeitschriften zu lesen, mehr YouTube Videos anzuschauen, und nach einem Energieberater oder Fachhandwerker zu suchen, der sich unsere Wohnung mal anschauen kann. Im April hatte ich dann nach mehreren Versuchen über einen Hersteller einen Handwerker in der Region, der auch zu uns kam und sich die Sache anschaute. Ja, es funktioniert! So wie unsere Wohnung isoliert ist, bei unserem Gasverbrauch, und wie der Garten und der Keller zur Wohnung liegen, lässt sich das alles machen. – Okay, dann brauchen wir nur noch die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. – Ein Nachbar hätte gerne eine Lösung für alle Wohnungen gemeinsam gemacht, was auch sinnvoll ist. Denn die Wärmepumpe für 8 Wohnungen ist höchstens 2-3 mal so teuer mit allem Drum und Dran wie die für eine. Daraufhin schrieb ich mal zwei alternative Anträge für unsere Sitzung. Es waren aber natürlich nicht alle Eigentümer bereit, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, obwohl die Gaspreise bis dahin schon gigantisch waren.

    Natürlich waren wir nicht die einzigen Leute, die 2022 auf die Idee kamen, eine Wärmepumpe anzuschaffen – der Absatz stieg um 53% gegenüber dem Vorjahr, laut der Wärmepumpenhersteller. Und damit hinken wir in Deutschland immer noch weit hinter Skandinavien, USA und China hinterher.

    Obwohl wir im August den Antrag auf Förderung einreichten und der Handwerker unser Gerät schon mal bestellte, warten wir noch immer drauf. Lieferzeit so etwa 8 Monate. Macht ja nichts. Wir bekommen es ja dann irgendwann im Frühjahr.


Über mich

Als Baby Boomer geboren, habe ich mich immer als Millenial gefühlt: In der Arbeit und im Leben suche ich Sinn, möchte die Welt bereisen und verändern, und zwischendurch auch mal leben.

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